"Eisenmänner werden nicht im Wettkampf gemacht, sie werden im Training gemacht"
Heute habe ich zum ersten Mal verstanden, was dieser Spruch bedeutet. 85km mit Gegenwind. Meistens ist der Wind recht wechselhaft, sodass man auch mal wieder Zeit zur Erholung hat. Heute war das nicht der Fall. 5km gerade Landstraße führen vor mir ungeschützt über die Felder. Der Wind bläst mir konstant aus östlicher Richtung mit bis zu 65km/h ins Gesicht. Die Oberschenkelmuskeln spannen sich maximal an, als wenn ich unter normalen Bedingungen 40km/h fahren würde - mein Tacho zeigt gerade einmal 20km/h an. Ich habe das Gefühl jeden Moment umzukippen, wenn ich nicht gleich ein bisschen Fahrt aufnehmen würde. Noch 75km liegen vor mir...
Ohne diese Kekspause hätte ich es sicher nicht geschafft :)
Dabei spulten sich die 85km am Tag zuvor von Falkenberg/Elster nach Leipzig noch ganz gut ab - natürlich auch mit Rückenwind. Die Sonne schien mir die ganzen 3 Stunden Fahrt ins Gesicht. Bis Falkenberg konnte ich mit der Bahn mein Semesterticket nutzen. Den Rest machte das Zweirad - oder vielmehr derjenige, der es sein Eigen nannte.
Unterwegs ging es unteranderem durch die Ortschaft der Schildbürger.
Einige Geschichten der Schildbürger sind hier nachzulesen:
In Leiptsch angekommen war ich Abends noch mit meinen Gastgebern in der Stadt etwas essen. Am nächsten Tag ging es nach einem sehr guten Frühstück zum Völkerschlachtdenkmal. Das gigantische Bauwerk und die Geschichte, an die hier erinnert werden soll, hat mich sehr fasziniert.
Dank eines sehr netten Hausbewohners, der mir seinen Fahrradschlauch überließ, um meinen defekten Schlauch auszuwechseln, konnte ich nun die Rückreise antreten.
Krabat, der Geselle, der in die Lehre des alten Meisters geht, um das Müllern zu lernen - aber darüber auch noch viel von der dunklen Seite der Magie erfährt. Die Geschichte ist eine alte sorbische Sage. Sie ist sehr bedeutend für die Region. Es wurden mehrere Bücher zu der Sage verfasst und es gibt verschiedene Verfilmungen dazu. Den 2008 erschienene Film finde ich sehr imposant und beeindruckend.
Der bekannteste Roman ist wohl der von dem kürzlich verstorbenen Kinderbuchautor Ottfried Preußler.
Letzte Woche haben wir uns zu zweit aufgemacht und haben den Krabat Radweg in angriff genommen. Gestartet sind wir in Schwarzkollm, wo sich die Mühle befindet.
Es herrschte eine Stimmung, genau wie
im Film. Alles war düster und Schneeflocken rieselten herab. Der
Erlebnishof mit teilweise historischen Scheunen ist wirklich toll
gemacht und im Sommer gibt es zahlreiche Veranstaltungen hier. Wir
haben uns noch in den Seitenflügel begeben und auf Holzbänken vor
dem Kamin uns aufgewärmt und einen Film zur Entstehung des Hofes
angesehen.
Dann ging es auf die Tour. Der Radweg
ist sehr empfehlenswert. Er führt teilweise über asphaltierte Wege
und teilweise durch die Wälder der Krabat Region. Wittichenau ist auch eine sehr schöne Kleinstadt mit einen schönen Platz und kleinen Gassen.
Leider war mein Rad mit den Schutzblechen im Wald nicht so geeignet, sodass ich öfters anhalten musste und mein Rad vom Schnee befreien musste. Die ganze Zeit fuhr es sich, wie mit angezogener Bremse.
Einen kleinen Abstecher haben wir auch noch zum Knappensee gemacht - ein geflutetes Tagebaurestloch, wie viele hier in der Gegend. Jährlich findet hier der Knappenman Triathlon statt.
Für alle, die vorhaben eine Radtour zu machen - diese Gegend kann ich nur empfehlen! Wir haben den 90 Kilometer Rundweg etwas abgekürzt und haben so ca. 50 Kilometer geschafft. Bei besserem Wetter kann man sicher auch mal den ganzen Rundweg fahren.
Am vergangenen Sonntag kam der Winter
nochmal mit über 10cm Neuschnee in den Tegeler Forst zurück.
Dennoch trotzten einige Athleten den winterlichen Bedingungen bei der
Mountain Challenge. Nach 6 km anspruchsvollem Crosslauf unter
zusätzlich erschwerten Bedingungen erreichte ich an zweiter Position
die Wechselzone und konnte schnell die Führung übernehmen. Die
erste Radrunde führte überwiegend durch ungespurten Tiefschnee –
eine Herausforderung für Mountainbiker und Crossradfahrer. Ab der
zweiten 4,75 km Runde verringerten sich die Rundenzeiten um teilweise
4 Minuten. Die Führungsposition musste ich abgeben und ging nach 19
km Mountainbike und 50 Sekunden Rückstand in die letzten 3 km
Laufen. Auf dem ersten Kilometer konnte ich die Führung wieder
zurückgewinnen und den Gesamtsieg sicher über die Ziellinie
bringen.
Respekt an alle Teilnehmer, die bei
dieser Witterung angetreten sind. Trotz einiger Stürze, gab es
jedoch zum Glück keine ernsthaften Verletzungen.
Bike Check am Vorabend
Fräulein Hera genießt noch einmal die Winterpracht im Garten