Samstag, 6. April 2013

Trainingslager Kroatien: Tag 5

Das Schwimmen haben wir auf den Nachmittag verlegt, da am Morgen das Ungarische Triathlon Nationalteam Schwimmtraining hatte.
Stattdessen ging es mit dem Koppeltraining los. Triathlon sind nicht nur drei Sportarten hintereinander, sondern insbesondere die Übergänge sollte man trainieren. Dafür haben wir uns 20 Kilometer eingefahren. Dann haben wir die Wechsel geübt, indem wir einen Kilometer gelaufen, dann 2,8 Kilometer Rad gefahren und noch einmal 500 Meter gelaufen sind. Das ganze haben wir fünf mal wiederholt. Für die Langdistanz sind Sekunden hierbei nicht von Bedeutung, in Hinsicht auf die Deutschen Duathlon Meisterschaften jedoch schon. Da muss jeder Griff sitzen vom Laufschuhe ausziehen über das schnelle Anlegen des Helmes, das Rad schnappen und aufspringen, während die Radschuhe auf dem Rad angezogen werden, die bereits in den Pedalen befestigt sind. Alles in allem hat das ganz gut geklappt.

Montag, 1. April 2013

Trainingslager Kroatien: Tag 4

Heute ging es zunächst auf das Rad. Das Koppeln stand heute auf dem Programm. Leider war das Wetter unverändert. Eigentlich fuhr es sich ganz gut, aber auf den letzten 30 Kilometer zogen einige von uns ganz schön das Tempo an und es ging an die Kraftreserven. Das wellige Gelände hat es doch in sich. Nach nassen 87 Kilometern auf dem Rennrad wurden die Laufsachen angezogen und es ging noch einmal 8 Kilometer laufen. Zu viert ging es vorwärts und es hörte sich an wie Pferdegetrappel. Mittlerweile kam blauer Himmel zum Vorschein und die Sonne trocknete die nassen Sachen auf der Haut. Es ging um eine kleine Insel entlang des blau schimmernden Meeres. Die Wellen schlugen gegen die Kaimauer.
Nach dem Mittag gab es noch das Vereinsfoto im leeren Außenpool mit anschließendem Ostereier suchen. Dann wurden nocheinmal 3600 Meter im Pool abgespult.






Trainingslager Kroatien: Tag 3

Am Samstag sind wir nach dem Frühstück in die Halle zum Schwimmen gegangen. Leider mussten wir nach 500 Metern unterbrechen, da die Wasserballer das Becken reserviert hatten. Daraufhin disponierten wir um und es ging gleich zum Laufen. 8 Kilometer einlaufen, danach 6x 80 Meter Steigerungslauf mit anschließenden 8x 200 Meter in 30 bis 34 Sekunden mit 200 Meter Trabpause. Anschließend ging es wieder in die Schwimmhalle für die restlichen 2700 Metern.
Zum Glück gab es zum essen immer ein sehr gutes Buffet, sodass die Energiereserven wieder aufgefüllt werden konnten. Nach dem Essen zog es sich wieder zu und es begann zu regnen, sodass die 82 Kilometer Rennrad wieder eine sehr nasse Angelegenheit wurden. Zum Glück hatte ich heute meine Regenweste und meine Überschuhe an, sodass zumindest ein paar Sachen nicht ganz nass wurden. Ansonsten spritze das schlammige Straßenwasser vom Hinterrad des Vordermanns ständig ins Gesicht.

Freitag, 29. März 2013

Trainingslager Kroatien: Tag 2

Heute war eigentlich Ruhetag angesagt. Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es auf das Rennrad. Es war schon sehr bewölkt und bald fing es an zu tröpfeln. Aus den 40 Kilometern sind dann doch 97 Kilometer geworden. Immer wieder regnete es mal stärker und mal weniger stark. Am Ende schafften wir es zu zweit im Belgischen Kreisel gerade noch rechtzeitig zum Mittagessen. Das reichte dann für den Ruhetag. Abends habe ich mir Medulin bei Regen noch etwas angesehen.

Trainingslager Kroatien: Tag 1

Mittwochabend fuhren wir von Cottbus aus los nach Kroatien. Es hieß, dass es einen kleinen Osterlauf um 10 Uhr morgens geben sollte. Das Navigationsgerät zeigte eine Ankunftszeit von 9:30 Uhr an. Dadurch, dass wir uns zu dritt abwechseln konnten, waren die 1200 Kilometer erträglich. Nachdem wir die Alpen überquert hatte und den Schnee hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Medulin in Istrien, Kroatien um kurz nach 9 Uhr. Nach 12 Stunden Autofahrt holte ich nur das Nötigste aus dem Auto, zog mir Laufsachen an, war kurz vor 10 Uhr am Start und lief die 5 Kilometer in persönlicher Bestzeit von 16:40. Dann legte ich mich kurz hin und nach dem Mittagessen ging es auf eine 83 Kilometer Radtour.





Sonntag, 24. März 2013

Neulich war ich bei einem Vorstellungsgespräch an der TU Chemnitz für meine Diplomarbeit. Ich lief vor dem Besprechungsraum umher und setzte mich auf das Sofa. Dann legte ich meinen Finger an meine Hauptschlagader und zählte. Ich hatte einen Puls von 48 - kurz nach dem hinsetzen! Ein untrainierter Erwachsener hat einen Ruhepuls (also morgens vor dem Aufstehen) von ungefähr 70 Schlägen pro Minute. Bei Gelegenheit werde ich den auch mal messen.

*PS.: Habt ihr eigentlich auch manchmal beim Aufstehen so ein lustiges Kribbeln im Körper und seht überall Sterne?
Es ist Sonntag um 5:30 Uhr, der Wecker klingelt. Ich frühstücke und ziehe meine Radfahrsachen an - alles was ich finden kann. Wenig später sitze ich auf meinem Rennrad, die ersten Sonnenstrahlen blinken über den Häuserdächern bei strahlend blauem Himmel. Es sind -12°C - der kälteste Morgen an diesem Tag des Monats seit Aufzeichnungen der Wetterdaten. Es fährt sich relativ schwer. Sind es die unzähligen Schichten meiner Kleidung, der eisige Wind, oder ist das Fett in den Lagern bei der Kälte so zäh geworden, dass es sich schwer tritt?
Bei der Ortsausfahrt Cottbus muss ich freihändig fahren, um meine Handschuhe auszuziehen und mein Halstuch über das Gesicht binden. Der eisige Wind scheidet im Gesicht. Durch das Atmen im Tuch beschlägt meine Brille und die Feuchtigkeit auf der Brille gefriert sofort zu Eiskristallen. Schnell muss ich meine Handschuhe wieder anziehen, da bereits nach wenigen Sekunden die eisige Kälte in die Finger kriecht.
Die Ortschaften, die ich durchfahre, sind wie ausgestorben. Kein Mensch weit und breit, der sich in dieser Morgenstunde der Witterung stellt. Es fährt sich auch schwierig auf der Straße, da hier und da Schneeverwehungen in der Nacht die Straße bedeckt haben. Anderenorts hat Wasser einen dicken gefährlichen Eisfilm über den Asphalt gelegt. Ganze 20 Kilometer fahre ich mit dem Rennrad bis Drachhausen, wo ich umkehre. Das Lachen der Sonne am gleißend blauen Himmel wirkt so ironisch bei diesen lebensfeindlichen Temperaturen.



Um 9 Uhr geht es mit dem Zug zur Velo Berlin. Dort werden Träume war - oder zumindest gibt es Anregungen genug, um zu träumen. Bei einem Stand gibt es spezielle ergonomische Sättel - auch für den Triathlon. In letzter Zeit habe ich häufiger Sitzbeschwerden durch Druckstellen. Ein Blick auf die Preise sagt mir: ist derzeit nicht drin! Wer schnell sein will muss leiden - oder wie war der Spruch?

Mein Herz schlägt höher, als ich das ORCA Velomobil von Flevobike sehe. So oder so ähnlich sehen Träume aus. Es wird viel gefachsimpelt und ausgetauscht. Das Highlight der Tages ist für mich definitiv der Trike Testparkour. Ein Bändchen gibt es um das Handgelenk und schon kann man sich auf so ein Gerät draufsetzen und losdüsen. Das Gefühl ist Wahnsinn. Beschleunigung pur. Nach kurzer Eingewöhnung werden regelrechte Rennen gefahren. Wenige Zentimeter trennen in den Kurven meine Füße vom Hinterrad des Vordermanns. Die Reifen quietschen in den Kurven und hier und da stellt sich das Gefährt in der Kurvenfahrt auf zwei Räder. Da ist auch die ein oder andere Notfallbremsung von Nöten. Bissig greifen die Scheibenbremsen links und rechts, das Hinterrad bäumt sich auf und schon steht das Gerät wieder - ohne Auffahrunfall.
Auch sonst gab es viel Interessantes zu sehen. Man kann schon sagen - für viele ist das Rad nicht nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Lebensgefühl und ersetzt auch immer mehr das Auto. Gelernt habe ich allerdings, dass die Ideologie doch sehr verschieden ist, bei den Fahrradfahrern, Cyclopeden, Randonneure, oder wie auch immer sie sich nennen mögen.
Da gibt es den klassischen Alltagsfahrer. Wind und Wetter halten ihn nicht von seinem Weg zur Arbeit mit dem Zweirad ab. Der Kollege ist gut zu erkennen durch das meist verkehrstaugliche Fahrrad. Der Gepäckträger gehört ebenso zur Standartausrüstung, wie der Fahrradständer - das Gewicht ist hier absolute Nebensache.
Eine andere Kategorie ist der Bike-Fetischist. Aggressives Design und High End Technik sind die Ausstattungsmerkmale. Wie viel Gramm kann man sparen, wenn man den Trinkflaschenhalter aus Carbon für 60 Euro das Stück gegen das Alu-Gemurkse eintauscht? Und wie viele Sekunden Zeitersparniss bringt das dann im nächsten Jedermann-Rennen?
Nach wie vor ganz groß im Trend: die Single Speed Szene. Ja genau, das sind die Neonfarbenen Ärgernisse der Städtischen Autofahrer. Helm? Wie uncool! Bremsen? Passt überhaupt nicht zu der sonst so cleanen Optik. Ohne Kopf und Verstand schlängeln sie sich durch die Autoabgase der Städte. Kleiner Hinweis: eine Ampel ist keine lustig blinkenden Deko der Verkehrsgesellschaft :)
Dann ist da noch der Randonneur. Das Fahrrad ist bei ihm eher ein prestige Objekt. Du weißt nicht wohin mit deinem Geld, hast aber eigentlich keine Ahnung von Fahrradtechnik? Dann bist du in dieser Kategorie genau richtig! Den Titandratesel gibt es in der Standartausführung ab 9000 Euro - was kostet die Welt!

Das sollen erst mal die wichtigsten Radfahrer Kategorien sein - alle hier aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen.